TSV Pilsting blickt zurück auf das Jahr 2011
Verpasster Aufstieg - Gute Ausgangsposition im Kampf um die Meisterschaft

 

(fh) Blickt man auf Seiten des TSV Pilsting auf das Gesamtjahr 2011 zurück, so kann man alles in allem von einem erfolgreichen Jahr sprechen. Nach dem Abstieg aus der Kreisklasse Dingolfing stand man in der Frühjahrsrunde der vergangenen A-Klassen-Saison fast bis zum Schluss mittendrin im Kampf um die Aufstiegsränge und schloss die Saison letztendlich auf einem guten dritten Tabellenrang hinter der DJK SV Leiblfing und dem VfR Niederhausen ab. Nach dem verpassten Aufstieg blieb die Mannschaft im Großteil dennoch zusammen und mit Patrick Edenhofer in Richtung FC Wallersdorf und Patrick Nowag, der zum ETSV Hainsbach gewechselt ist, verließen lediglich zwei Leistungsträger den Verein. Diese Lücken wurden mit den Neuzgängen Tobias Hofmann vom SV Haidlfling sowie Rückkehrer Bendikt Stutz, der nach einem einjährigen Intermezzo beim TSV Oberschneiding zu seinem Heimatverein zurückgekehrt war. Entscheidend für den Erfolg der Ledintschak-Schützlinge ist aber sicherlich auch, dass sich die nachrückenden A-Junioren nahtlos eingefügt haben in das Seniorenlager und mit Sebastian Weinzierl, Johannes Theuer, Kevin Schott und Maximilian Laubmeier gleich vier Akteure zum Stamm der ersten Mannschaft zählen. So hat der TSV Pilsting sicherlich den ein oder anderen Kritiker eines besseren belehrt und steht nach lediglich sieben Verlustpunkten auf dem ersten Tabellenplatz mit fünf Punkten Vorsprung auf den FC Oberpöring, wobei die Wagner-Mannen noch eine Nachholpartie zu absolvieren haben. Nichtsdestotrotz hat der TSV Pilsting folglich die beste Ausgangsposition im Kampf um die Aufstiegsränge für die Frühjahrsrunde.

Verpasster Aufstieg

Zu Beginn der Frühjahrsrunde 2011 in der A-Klasse Landau präsentierte sich an der Tabellenspitze folgendes Bild. Ganz vorne stand der VfR Niederhausen, der zwei Punkte bei einer Partie weniger vor der DJK SV Leiblfing stand. Weitere zwei Zähler hinter dem späteren Meister folgten dann die Mannen um Trainer Robert Ledintschak. Somit war der TSV Pilsting unter Zugzwang in Sachen Aufstiegsrennen und musste eine gute Frühjahrsrunde hinlegen, um den Aufstieg doch noch realisieren zu können. In der Winterpause musste der TSV Pilsting zwei Abgänge verkraften. Daniel Laubmeier schloss sich seinem Heimatverein, der SG SV Höcking/SV Ganacker an und Gregor Kopytowski, der nach Verletzung seinen Stammplatz an den gut haltenden Daniel Frey verloren hat, kehrte dem Verein den Rücken und wechselte zunächst zur Teisbacher Reserve, ehe er im Sommer zum FC Dornach kam. Der Stamm der ersten Mannschaft blieb also im Großen und Ganzen erhalten und man startete voller Tatendrang in die Saisonvorbereitung. In den ersten fünf Spielen schaffte man es auch, ungeschlagen zu bleiben und aus fünf Partien 13 Zähler mitzunehmen. Ausgerechnet im Gemeindederby vor heimischen Publikum gegen den SV Großköllnbach musste man sich mit einer torlosen Punkteteilung zufrieden geben, wobei aufgrund der deutlichen Überlegenheit ein Sieg mehr als verdient gewesen wäre. Dem gegenüber standen aber Siege gegen den SV Niederpöring und dem TSV Aholming, die auch zum Kreis der Aufstiegsanwärter gehörten. Nach fünf Frühjahrsrundenspieltagen schob sich der TSV Pilsting nun an der Corintan-Elf vorbei und stand nur noch einen Zähler hinter dem VfR Niederhausen, wobei die Ledintschak-Elf noch immer eine Partie mehr auf dem Konto hatte. Für die nötige Spannung vor den entscheidenden vier Spieltagen war also gesorgt. Der TSV Pilsting wollte sich sodann im Auswärtsspiel bei der SpVgg Forsthart ein kleines Polster vor dem spielfreien Wochenende anschaffen. Nachdem dieses Spiel aber schließlich mit 0:1 verloren ging und die Konkurrenz auch am spielfreien Wochenende nicht patzte, war der Aufstiegskampf so gut wie gelaufen. Daher nutzte man das Auswärtsspiel am vorletzten Spieltag in Oberpöring für kleinere Experimente und ermöglichte den Youngsters Kevin Schott und Maximilian Laubmeier erste Spielpraxis, was im Verlauf des weiteren Jahres sicherlich eine gute Entscheidung war. Nichtsdestotrotz war die Luft raus und man musste auch bei den Wagner-Schützlingen eine 2:3-Niederlage hinnehmen, wobei schon deutlich wurde, dass mit dem FCO in der kommenden Saison sicherlich zu rechnen sein wird. Nach einem deutlichen Derby-Sieg über Harburg stand man also am Ende der Saison mit deutlichem Abstand hinter dem VfR Niederhausen auf dem dritten Tabellenrang und somit war klar, dass man in der kommenden Saison einen neuen Versuch in Sachen „Mission Wiederaufstieg“ unternehmen musste.

Ungewissheit zu Saisonbeginn

Nach dem verpassten Wiederaufstieg in die Kreisklasse Dingolfing, war man zu Beginn der A-klassen-Saison 2011/2012 sehr ungewiss, was beim TSV Pilsting passieren wird. Die erste wichtige Personalie wurde bereits frühzeitig geklärt und Trainer Ledintschak darf den erfolgreichen Weg, den er mit seiner Mannschaft eingeschlagen hat, weitergehen. Dennoch war man sich über die eigene Leistungsstärke zu Saisonbeginn unsicher. Mit Patrick Edenhofer, der zum FC Wallersdorf in die Bezirksliga West gewechselt ist und Patrick Nowag, der nun auch in der selben Liga beim ETSV Hainsbach am Ball ist, haben zwei Leistungsträger der vergangenen Spielzeiten den Verein verlassen. Somit war man sehr glücklich auf Seiten des TSV Pilsting, dass man mit Benedikt Stutz, der vom TSV Oberschneiding zurückgekehrt ist zu den Ledintschak-Mannen und Tobias Hofmann vom SV Haidfling zwei Verstärkungen für die Offensive, die sich auch schon ihr Können im Seniorenlager unter Beweis gestellt haben. Zudem wurde der Kader mit hoffnungsvollen Talenten aus der eigenen Jugend ergänzt. Dass mit Johannes Theuer, Kevin Schott, Maximilian Laubmeier und Sebastian Weinzierl aber gleich vier Juniorenspieler zum Stamm der ersten Mannschaft gehören werden, damit war nicht unbedingt zu rechnen und die gute Anpassung der jungen Spieler an den Seniorenbereich ist sicherlich einer der Gründe für den bisherigen Erfolg der Ledintschak-Mannen. Vom System her vertraute man weiterhin auf eine Viererabwehrkette um Kapitän Florian Limbrunner. Auf der Torhüter-Position bekam der junge Jens Schott seine Chance und hat dieses Vertrauen im Laufe der Herbstrunde auch mehrmals zurückgezahlt. Im Mittelfeld und im Sturm war man dagegen flexibel, hat sich aber auf zwei hauptsächliche Systeme berufen. Im offensiven Mittelfeld agierte eine Dreierreihe mit Tobias Hofmann, Reiner Ritzinger und Regisseur Thomas Christl. Des Weiteren agierte man dann entweder im Sturm oder im defensiven Mittelfeld mit einem bzw. mit zwei Akteuren. Daher konnte man sich jederzeit variabel an die Spielsituationen anpassen und sowohl agieren als auch reagieren. Dennoch war man gespannt, wie sich die junge Elf zu Saisonbeginn schlagen wird. Nach den ersten drei Saisonspielen, die allesamt auf heimischen Platz ausgetragen wurden, war dann klar, dass man in dieser Saison ganz vorne angreifen will. Mit einem Torverhältnis von 14:2 und drei Siegen war man gestartet und dies ist schon eine Hausnummer, auch wenn man gegen vermeintlich schwächere Teams angetreten war. Am fünften Spieltag folgte sodann der erste wahre Prüfstein, als mit dem VfR Niederhausen der Vorjahreszweite zu Gast war in Pilsting. Dieses Spiel war die wohl beste Saisonleistung der TSVler und besonders bemerkenswert war der unbedingte Siegeswille nach dem 0:1-Rückstand, den man dann letztlich noch in einen 5:1-Heimsieg gedreht hat. Die kommenden Pflichtaufgaben wurden sodann auch alle souverän gelöst und nach dem neunten Spieltag stand man mit acht Siegen, einmal hatte man spielfrei, weiterhin verlustpunktfrei an der Tabellenspitze, ehe es mit den Duellen gegen den TSV Aholming und beim FC Oberpöring in die heiße Phase ging. Das zweite Aufeinandertreffen mit einem direkten Konkurrenten im Kampf um die Aufstiegsränge gegen den TSV Aholming gestaltete man erneut souverän und siegte mit 2:1 Toren. In Oberpöring stand man dann unter Zugzwang, da auch die Wagner-Schützlinge erst zwei Verlustpunkte hinnehmen mussten und dem TSV somit dicht auf den Fersen waren. Dort holte man eine leistungsgerechte 0:0-Punkteteilung, mit der man auswärts beim ärgsten Aufstiegs-Konkurrenten aber wohl zufrieden sein kann, denn nach wie vor stand Tabellenplatz eins zu Buche. Nach zwei weiteren Pflichtsiegen und damit mit dem Ende der Hinrunde ließ sich nun ein erstes Zwischenfazit ziehen. Von zwölf gespielten Partien konnte man unglaubliche elf Spiele gewinnen und trennte sich lediglich einmal Unentschieden. Folgerichtig führte man die Tabelle der A-Klasse Landau weiterhin unangefochten an. Vor der Winterpause standen nun aber noch vier Partien der Rückrunde auf dem Programm. Die erste davon musste der TSV Pilsting in Reichstorf absolvieren und nur wenige hätten dabei wohl mit einem Punktverlust gerechnet. Schlussendlich reichte es aber aufgrund mangelhafter Chancenverwertung und weiteren Faktoren nur zu einem Unentschieden. Das darauf folgende Saisonspiel im Karl-Weinberger-Stadion bei den Plattlinger Kickers bedeutete dann die erste Niederlage für den TSV, ehe man mit zwei Siegen über den SV Großköllnbach und dem FC Wallersdorf II im Endspurt wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt ist. Nachdem der TSV Pilsting nun also 16 Partien absolviert hat, aus denen man 41 Zähler mitnehmen konnte, steht man vor dem FC Oberpöring mit fünf Punkten Vorsprung aber einer Partie mehr auf dem Konto auf dem ersten Tabellenplatz. Dahinter folgt der TSV Aholming, der punktgleich mit den Wagner-Mannen ist, aber auch bereits 16 Mal am Ball war. Als logische Konsequenz haben die Mannen um Kaptiän Florian Limbrunner also die beste Ausgangsposition im Kampf um die Aufstiegsränge, wobei bei diesem knappen Vorsprung sicherlich noch nichts gewonnen ist und weitere Erkenntnisse werden sich gleich nach Frühjahrsrundenstart in Niederhausen ziehen lassen.

Das Trainer-Interview

Nun der Rückblick auf die Herbstrunde aus Sicht von TSV-Trainer Ledintschak.

Wie beurteilst du die Herbstrunde?
Die Herbstrunde ist aus unserer Sicht optimal gelaufen, dass eine so junge Mannschaft in der Vorrunde von zwölf Spielen elf gewinnt ist aller Ehren wert. Keiner hätte damit gerechnet, dass wir unsere erste Niederlage am 14. Spieltag erst hinnehmen müssen. Dass die Mannschaft mal in ein Loch fällt, war mir schon klar, wenn man beachtet, dass in den letzten Spielen drei von vier Abwehrspielern nachrückende A-Junioren waren. Wichtig war, wie schnell man aus dem Tief wieder raus kam, denn die Konkurrenz ist groß und der Vorsprung nur gering.

Wie ist aus deiner Sicht die Zusammenarbeit mit deinem Co-Trainer Reiner Ritzinger und die von euch beiden mit der Mannschaft?
Die Zusammenarbeit mit Reiner Ritzinger läuft hervorragend, wir haben beide die gleiche Philosophie. Wir reden sehr viel miteinander und sprechen Entscheidungen ab, wobei die Tatsache, dass Reiner die meisten Spieler bereits als Jugendtrainer betreut hat, sicher ein Vorteil ist und mir fällt mit Sicherheit kein Zacken aus der Krone, wenn ich sage, dass wir ohne ihn nicht da wären wo wir jetzt stehen. Die Zusammenarbeit mit der Mannschaft ist sehr gut, die Jungs haben super mitgearbeitet, es sind immer viele Spieler im Training mit oft knapp 30 Leuten und es macht großen  Spaß mit ihnen zu arbeiten.

Nur wenige hätten nach den Abgängen von den Leistungsträgern Edenhofer und Nowag mit einem derartig guten Abschneiden gerechnet. Wie habt ihr es deiner Meinung nach geschafft, diese Abgänge zu kompensieren?
Ja, nach den Abgängen von Edenhofer und Nowag wurden wir zwischen Platz drei und fünf gehandelt. Es sind aber mit Ben Stutz und Tobi Hofmann zwei richtig gute Typen dazu gekommen und vier Jungendspieler, die gut zu uns passen. Es war also ein Umbruch der halben Mannschaft, wobei alle Spieler gut mitgezogen haben und auch außerhalb des Platzes eine Einheit geworden sind, was sich dann auch innerhalb der Spiele, wenn es zum Beispiel darum ging, Rückstände aufzuholen, immer wieder gezeigt hat. Ein Edenhofer ist nicht zu ersetzen, der fehlt natürlich sehr, aber unsere Position zeigt, dass die Mannschaft es im Kollektiv geschafft hat.

Was macht für dich die Stärke deiner Mannschaft aus?
Die Stärken der Mannschaft ... ich will eine Mannschaft sehen, die Fussball spielt und nicht Fussball schlägt, wir wollen den Ball laufen lassen und nicht die Bälle nach vorn schlagen, wir haben ein gutes System und dadurch eine gute Raumaufteilung. Das trainieren wir Woche für Woche, auch wenn dann mal eine Torschussübung zu kurz kommt und der ein oder andere Spieler da ein bisschen traurig ist: Aber ich denke; dass wir spielerisch die stärkste Mannschaft sind und sich das am Ende vielleicht auszahlt.


Die Statistiken

Der TSV Pilsting konnte von 16 Partien 13 gewinnen, holte zwei Unentschieden und musste eine Niederlage hinnehmen, woraus 41 Zähler resultieren. Erwähnenswert ist, dass man alle Verlustpunkte auf fremden Platz hinnehmen musste und daher zu Hause weiterhin ohne Verlustpunkt ist. Mit nur 18 Gegentoren stellt man nach dem FC Oberpöring und dem TSV Aholming die drittbeste Defensive und mit 61 erzielten Toren führt man diese Statistik sogar an. So verwundert es nicht allzu sehr, dass mit Reiner Ritzinger und Benedikt Stutz zwei Akteure zu den besten fünf Torschützen der Liga zählen. Reiner Ritzinger führt die Torschützenliste sogar gleich auf mit Christian Günthner vom TSV Aholming, der auch schon 15 Mal getroffen hat, an. Dicht dahinter mit zwei Toren weniger folgt Benedikt Stutz auf Platz fünf. Auch Thomas Christl hat seine Torgefahr mit zehn Treffern bereits mehrfach unter Beweis gestellt.


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